Der Studioblitz

Die Suche nach dem richtigen Studioblitz…

Welcher Studioblitz ist für mich der richtige? Welche Leistung brauche ich? Was für Reflektoren sind sinnvoll? Als Einsteiger in die Studiofotografie tut man sich ziemlich schwer.

Als ich vor ca. 5 Jahren mit der Studio-Fotografie angefangen habe, habe ich hier einiges an Lehrgeld gezahlt.

Elinchrom.jpg

Welcher Hersteller?

Diewohl schwierigste Frage gleich zu Beginn. Bei den Profifotografen kommen meist nur Blitzköpfe von Hensel in Frage, da diese wohl derzeit die beste Qualität bieten. Zumindest in den Studios die ich bisher gesehen habe, war die Ausrüstung meistens von diesem Hersteller. Die Genauigkeit der Blitzleistung und das absolut gleichmäßige Licht scheint in der Profiliga zu überzeugen.

Der Nachteil dürfte wohl auf der Hand liegen: der Preis. Was gibt es daher an Alternativen? Von diversen China Importeuren werden bei EBay und in Onlineshops preiswerte Blitzköpfe angeboten.

Am bekanntesten ist die Marke Walimex, die über Foto Walser oder studioexpress.de vertrieben wird. Die Blitzköpfe – zumindest die größeren – bieten eine befriedigende bis gute Qualität bei unschlagbarem Preis. Für eine Hobbymäßge Nutzung ist dieser Studioblitz meist ausreichend. Man darf sich nur nicht an der eventuell etwas simplen Verarbeitung stören. In der Regel ist alles in Kunststoff gebaut um die Kosten gering zu halten. So machen zumindest die kleinen Blitzköpfen oftmals keinen besonders stabilen Eindruck. Die “großen” Blitzköpfe von Walimex sind meist schon in Metall gebaut und recht robust.

Alternativ gibt es von der Sambesigroup (auch bei EBay zu finden) preiswerte Blitze, die sich auf ähnlichem Niveau bewegen, wie die von Walimex. Ich hatte diese in den Anfängen meiner Studiofotografie, habe diese aber dann relativ schnell wieder verkauft, da ich etwas solideres haben wollte.

Aber auch hier gilt: zum Anfangen und für gelegentliche Nutzung ausreichend. In den diversen Newsgroups wird immer heiß diskutiert, ob diese Chinablitze etwas taugen oder nicht. Ich denke, wer einen günstigen Einstieg sucht und nur gelegentlich Fotografiert, wird sicher mit den Geräten ganz glücklich, zumal die Qualität im Laufe der letzten Jahre immer mehr zugenommen hat (Rückblickend von 2005 bis heute 2014). Wer aber ein bisschen mehr mit den Blitzen machen will…

Neben Hensel, Richter und Co. bietet auch die Schweizer Firma Elinchrom professionelle und semiprofessionelle Blitzköpfe an. Für diese habe ich mich nach langem Überlegen entschieden.

Die Semiprofessionelle Serie “D-Light” von Elinchrom bietet für vertretbares Geld annähernd die Qualität der Profigeräte aus dem selben Haus. Ich habe bisher mit den Köpfen keine Probleme gehabt und das Handeling ist hervorragend.
Die Blitzköpfe werden derzeit im Set (2 Blitze mit Stativ und Softbox) für 700-900 Euro bei diversen Händlern angeboten. Einzeln kann man diese natürlich auch kaufen, aber der Set-Kauf bringt natürlich einen Preisvorteil mit sich.

Neu bei Elinchrom seit Anfang 2011: In den Blitzen ist bereits ein Skyportempfänger verbaut. Das ist das Funksystem von Elinchrom zur Steuerung der Blitze. Hierzu wird für die Kamera lediglich noch der Sender für ca. 120 Euro benötigt und man hat dann ein professionelles Auslösesystem (bei den neueren Sets ist nun auch schon der Sender enthalten). Ich nutze nur noch dieses – die Auslösung über die Fotozellen, die im Blitz stecken, haben so ihr Tücken… Ich hatte öfters auf Hochzeiten fotografiert, und da lösen die Blitze durch die vielen “Fremdfotografen” immer aus. Mit einer Funklösung hat man solche Probleme nicht mehr.

Welches Zubehör brauche ich?

Typischer Weise verwendet man bei Portrait und Aktaufnahmen so genannte Softboxen. Diese Lichtwandler gibt es in allen möglichen Formen, mit denen man die unterschiedlichsten Lichteffekte erreichen kann. Rechteckige oder Achteckige Boxen werden für Portrait Aufnahmen verwendet, mit extrem schmalen und hohen Softboxen kann man ein schönes Streiflicht erzeugen (teilweise Ausleuchtung des Modells).

Welche Softboxen man sich nun zu Beginn kaufen sollte, ist sicher vom gewünschten Einsatzzweck abhängig. Mit ein paar quadratischen Boxen kann man erst mal nichts falsch machen. Ein Normalreflektor ist auch ganz hilfreich, wenn man den Hintergrund aufhellen möchte oder einen ganzen Raum. In der Regel wird dieser aber mit dem Blitzkopf mitgeliefert.

Bei den Softboxen gibt es auch wieder deutliche Preisunterschiede, zwischen den Originalen von Elinchrom und kompatiblen von Walimex und anderen. Wer sein Studio nicht fest aufgebaut stehen lassen kann, sollte mal die Elinchrom Lichtformer näher ansehen. Diese werden wie ein Regenschirm aufgespannt, so dass man diese recht schnell auf- und abgebaut bekommt. Die einfacheren Softboxen werden mit Metallstangen zusammengesteckt, was so seine Tücken haben kann. Ich bin nach und nach auf diese Faltsysteme umgestiegen.
Nachtrag: Inzwischen hat auch Walimex Faltreflektoren im Angebot, die gerade mal ein Drittel der Elinchrom Boxen kosten. Ich habe bisher nur keine live gesehen, so dass ich zur Qualität noch nichts sagen kann. Ich habe mir noch ein Sammlung an Tüchern und Hintergrundkartons gekauft, mit denen man jeden Raum schnell in ein kleines Studio verwandeln kann. Schwarz und weiß sind dabei die beliebtesten Farben, aber auch blau und grün oder andere Farben wirken oft ganz gut :-)

Accessoires sind ganz wichtig. Meist wirkt ein einfach “so” fotografiertes Modell recht langweilig. Durch den Einsatz von entsprechender Wäsche / Kleidung oder Requisiten im Studio bekommt die Sache erst den richtigen Pfiff. Probiert es aus! Auf ein entsprechendes Outfit und Makeup das Modell vorab ansprechen, denn die eigenen Klamotten sind dann doch meist die Besten. Was man für wenig Geld noch kaufen kann, sind (Falt-)Reflektoren. Diese meist runden Hilfsmittel, sind optimal um im freien die Schatten aufzuhellen, wie auch im Studio. Mit einem Reflektor kann man sich oft den Einsatz eines 2. oder 3. Blitzkopfes sparen.

Wer sich was Gutes tun will, der schaut mal bei Sunbounce. Das ist mir alles zu teuer? Der Baustrahler! Wem dies alles zu teuer ist, der sollte über die Beschaffung von ein paar simplen Baustrahlern aus dem Baumarkt nachdenken. Für gelegentliche Aufnahmen oder um nur mal auszuprobieren wie das mit Studioaufnahmen so geht, sind diese wirklich eine tolle Alternative. Auf Dauer wird man zwar sicher keine Freude haben, aber die 15 Euro tun einem dann nicht weh.

Da ich das Rad nicht neu erfinden will, möchte ich auf eine tolle Anleitung/Tutorial von Michael Quack verweisen.Hier ist alles zum Thema Baustrahler gut beschrieben.

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